{"id":1891,"date":"2018-02-23T15:16:17","date_gmt":"2018-02-23T14:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.gap.consulting\/?p=1891"},"modified":"2020-03-26T11:02:47","modified_gmt":"2020-03-26T10:02:47","slug":"jenseits-der-filter-bubble-warum-es-sinnvoll-ist-filterblasen-zu-durchbrechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gap.consulting\/en\/jenseits-der-filter-bubble-warum-es-sinnvoll-ist-filterblasen-zu-durchbrechen\/","title":{"rendered":"Jenseits der Filter Bubble. Warum es sinnvoll ist, Filterblasen zu durchbrechen."},"content":{"rendered":"<p>Der Einfluss von Algorithmen w\u00e4chst zusehends. Welche Musik oder Videos uns bei Spotify oder YouTube vorgeschlagen werden, h\u00e4ngt stark davon ab, was wir aktuell und in der Vergangenheit geh\u00f6rt oder gesehen haben. Auf Basis dieses Verhaltens bewertet der im Hintergrund analysierende Algorithmus unseren Geschmack. Das f\u00fchrt dazu, dass wir uns als Nutzer und als Konsumenten zunehmend in sogenannten&nbsp;<strong>Filterblasen<\/strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>Filter Bubbles<\/strong>&nbsp;bewegen. Damit sind sowohl positive wie negative Aspekte verbunden. Einerseits k\u00f6nnen wir Content entdecken, der uns sehr wahrscheinlich interessiert. Andererseits werden uns bestimmte andere Inhalte vorenthalten.<\/p>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">\u201eGoogle, wir haben ein Problem\u201c<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Algorithmen entscheiden auch dar\u00fcber, was in unseren Feeds erscheint \u2013 das hei\u00dft auch, welche Anzeigen uns gezeigt werden. Sie sind darauf angelegt zu verstehen, was uns wahrscheinlich gef\u00e4llt oder was uns auf Basis unserer bisherigen Entscheidungen gefallen k\u00f6nnte. Auch wenn Algorithmen dank&nbsp;<a href=\"https:\/\/borisluecke.de\/2016\/11\/28\/individualisierung-der-customer-journey-und-messbarkeit-des-erfolgs-die-vorteile-von-big-data-im-marketing\/\">B<\/a>ig Data&nbsp;und AI immer besser werden, herrscht vor allem ein Prinzip und das lautet stets: \u201eMehr des Gleichen\u201c. Sogar&nbsp;Google gab k\u00fcrzlich in einem Blog-Post&nbsp;zu, dass es gewisse Probleme mit der Suchfunktion gibt und es teilweise schwierig ist, seinen Nutzern&nbsp;objektive Suchergebnisse bereitzustellen. Das zeigt, auch die Art und Weise&nbsp;<em>wie&nbsp;<\/em>wir suchen, beeinflusst ma\u00dfgeblich das Suchergebnis. Damit stellt sich eine wichtige Frage. Ist es nicht sinnvoll, die eigene Filterblase zum Platzen zu bringen oder sie zumindest zeitweise zu verlassen?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201c#Filterblasen geh\u00f6ren zur Realit\u00e4t im Netz. Warum es sinnvoll ist, Filterblasen hin und wieder zum Platzen zu bringen\u2026\u201c<a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?text=%23Filterblasen%20geh%C3%B6ren%20zur%20Realit%C3%A4t%20im%20Netz.%20Warum%20es%20sinnvoll%20ist%2C%20Filterblasen%20hin%20und%20wieder%20zum%20Platzen%20zu%20bringen%E2%80%A6&amp;url=https:\/\/borisluecke.de\/2018\/02\/23\/jenseits-der-filter-bubble-warum-es-sinnvoll-ist-filterblasen-zu-durchbrechen\/&amp;via=borisluecke\">&nbsp;Twittern<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Was sind Filterblasen und wie lassen sie sich beeinflussen<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Begriff der Filterblase selbst stammt urspr\u00fcnglich von Eli Pariser, einem Internetaktivisten. In seinem Buch&nbsp;<em>The Filter Bubble: What The Internet Is Hiding From You<\/em>&nbsp;spricht er einer \u201eEinengung vorhandener Informationsspektren\u201c. Nicht nur im Social Web, sondern auch bei Google und anderen Webseiten w\u00fcrden sich &nbsp;Algorithmen und andere Mittel zur Personalisierung der&nbsp;Customer Journey&nbsp;zu stark an der aktuellen Stimmung der Kunden ausrichten. Das das zum Teil gravierende Folgen haben kann, zeigen Experimente wie das einer&nbsp;einer Gruppe von Journalisten. Ihre Feeds wurden (in politischer Hinsicht) automatisch immer radikaler, je st\u00e4rker sie anfingen, auf die vom Algorithmus vorgeschlagenen Anzeigen zu reagieren.<\/p>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Digitale vs. analoge Filterblasen<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Wer sich mit Filterblasen besch\u00e4ftigt, kommt schnell zu der Frage, ob es sich dabei um ein rein digitales Ph\u00e4nomen handelt. Ich denke, dass es Filterblasen nicht nur in digitaler Form gibt, sondern auch im \u201eechten\u201c, analogen Leben. Wir lesen gem\u00e4\u00df unserer Interessen, Werte und Haltungen bestimmte Zeitungen und Zeitschriften und gewinnen in der Auseinandersetzung damit unsere Meinungen. Auch dort erscheinen Anzeigen, die uns als Leser dieser Medien wahrscheinlich interessieren wird. Wir bewegen uns auch in bestimmten Stadtvierteln, in denen wir bestimmte Erfahrungen machen k\u00f6nnen, von denen wir vielleicht gelesen haben, oder wir besuchen bestimmte Orte, die uns in den von uns bevorzugten Medien empfohlen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was und wie wir es wahrnehmen und wie wir uns verhalten, l\u00e4sst also auch in der analogen Welt ein gutes St\u00fcck weit als Filterblase beschreiben. Dennoch wurde das Ph\u00e4nomen erst konzeptualisiert, als es in der digitalen Welt beobachtet wurde. Warum ist das so? Ich denke, dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen digitalen und analogen Filterblasen gibt. Im analogen Leben ist es sehr viel leichter und auch wahrscheinlicher, dass Filterblasen durchbrochen werden. Indem wir beispielsweise durch Zufall auf etwas sto\u00dfen, das nicht in unsere Blase passt und uns vielleicht sogar entgegen aller Erwartungen trotzdem interessiert, fasziniert oder zumindest besch\u00e4ftigt. Diese Tendenz ist in der digitalen Welt weit weniger stark ausgepr\u00e4gt und Filterblasen darum st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Filter Bubbles im Marketing<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Auch im Bereich Marketing spielen Filter Bubbles eine wichtige Rolle. Auch hier entstehen Filterblasen, indem Algorithmen das Kauf- oder Klickverhalten von Nutzern analysieren und auf dieser Basis Anzeigen oder \u00e4hnliche Produkte anzeigen. Bei bestimmten Online-Marketing-Methoden wie&nbsp;dem Programmatic Advertising&nbsp;gibt es auf Publisher-Seite ebenfalls Filter, die dar\u00fcber entscheiden, was dem Nutzer gezeigt wird. Filterblasen entstehen dann beispielsweise dadurch, dass der Preis f\u00fcr eine bestimmte Anzeigefl\u00e4che vorab auf eine bestimmte H\u00f6he festgelegt wird, oder durch \u201eInvitation-Only-Auktionen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Filterblasen lassen sich stets von zwei Seiten her betrachten beziehungsweise beeinflussen. Einmal von der Seite der Kunden her, die Entscheidungen treffen. Die andere Seite ist die der Provider und Publisher, die bestimmte Auswahloptionen bereitstellen. Dabei entsteht ein entscheidender Vorteil f\u00fcr Marketer, wenn die Logik von Filter Bubbles immer wieder auch durchbrechen. Sie k\u00f6nnen einerseits ihren Kunden dadurch mehr Entscheidungsoptionen als zuvor anbieten. Darin liegt andererseits die Chance, die Kunden in ihrem Verhalten und ihren Bed\u00fcrfnissen besser zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Warum es sinnvoll ist, die Filterblase zu verlassen<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass wir gerade eine Phase in der immer noch vergleichsweise jungen Entwicklung des digitalen Zeitalters erleben, in der das Bewusstsein f\u00fcr die Auswirkungen von Filterblasen entsteht. Dabei stellen wir vermehrt fest, dass wir Menschen, unser Geschmack, aber auch die M\u00e4rkte, die Mode und die gesamte Welt nicht wie Filterblasen funktionieren. Sie sind vielmehr wechselhaft und Ver\u00e4nderungen ausgesetzt. Oft ist es gerade das Widerspr\u00fcchliche, was den eigentlichen Reiz einer bestimmten Sache ausmacht. Menschen sind in vielen F\u00e4llen Gewohnheitstiere. Nichtsdestotrotz sind wir auch neugierig und offen f\u00fcr Neues. Darin erkenne ich einen wichtigen Grund, warum das Konzept der Filterblasen neu gedacht werden muss.<\/p>\n\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die zwei Wege aus der Filterblase<\/h1>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Dabei gibt es zwei m\u00f6gliche Wege, die aus der Filterblase herausf\u00fchren und deren Potenzial bislang untersch\u00e4tzt ist. Der eine ist der eben skizzierte, dass im Marketing verst\u00e4rkt das Prinzip vom \u201emehr des Gleichen\u201c bewusst durchbrochen werden muss. Insbesondere durch den Einsatz von AI k\u00f6nnen Marketer noch viel \u00fcber das Verhalten ihrer Kunden lernen. Der andere Weg f\u00fchrt direkt zum Kunden. Warum sollten Kunden nicht auch selbst dar\u00fcber entscheiden k\u00f6nnen, was sie wirklich sehen m\u00f6chten? Facebook ist eines der ersten Unternehmen, das seinen&nbsp;Kunden seit wenigen Wochen die M\u00f6glichkeit&nbsp;bietet, dar\u00fcber zu entscheiden, aus&nbsp;welchem Bereich sie sich wirklich f\u00fcr Angebote&nbsp;interessieren. Ein mutiger und spannender Schritt, den ich f\u00fcr sehr vielversprechend halte. Ich bin \u00fcberzeugt davon, solange Marketer die Vorteile klar kommunizieren, entscheiden sich viele Kunden daf\u00fcr, immer wieder auch etwas Neues und Anderes zu entdecken.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Einfluss von Algorithmen w\u00e4chst zusehends. Welche Musik oder Videos uns bei Spotify oder YouTube vorgeschlagen werden, h\u00e4ngt stark davon ab, was wir aktuell und in der Vergangenheit geh\u00f6rt oder gesehen haben. Auf Basis dieses Verhaltens bewertet der im Hintergrund analysierende Algorithmus unseren Geschmack. 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Warum es sinnvoll ist, Filterblasen zu durchbrechen. - GAP CONSULTING in D\u00fcsseldorf | innovative Managementberatung<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gap.consulting\/en\/jenseits-der-filter-bubble-warum-es-sinnvoll-ist-filterblasen-zu-durchbrechen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Jenseits der Filter Bubble. Warum es sinnvoll ist, Filterblasen zu durchbrechen. - GAP CONSULTING in D\u00fcsseldorf | innovative Managementberatung\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Einfluss von Algorithmen w\u00e4chst zusehends. Welche Musik oder Videos uns bei Spotify oder YouTube vorgeschlagen werden, h\u00e4ngt stark davon ab, was wir aktuell und in der Vergangenheit geh\u00f6rt oder gesehen haben. 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